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Gymnasium Riedberg, Frankfurt am Main

Fassade aus schalungsglattem Sichtbeton mit Dyckerhoff Weiss sowie robuster und fugenarmer Boden mit Dyckerhoff TERRAPLAN.

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Es ist die erste NeugrĂŒndung eines Gymnasiums in Frankfurt seit etwa hundert Jahren, sollte aber keine klassische „Lehr- und Lernanstalt, sondern als zukunftsweisende Ganztagseinrichtung vielmehr Lebensraum fĂŒr SchĂŒler und Lehrerschaft“ sein und zudem als Bildungs- und kulturelles Zentrum auch den Bewohnern des neuen Stadtquartiers Riedberg dienen.

Den im Sommer 2009 ausgeschriebenen Architekturwettbewerb fĂŒr das Riedberg Gymnasium gewannen das BĂŒro Ackermann+Raff aus Stuttgart/TĂŒbingen gemeinsam mit dem BĂŒro Pfrommer+Roeder, freie Landschaftsarchitekten in Stuttgart. Noch im November 2009 war Baubeginn. Die dreigeschossigen GebĂ€ude wurden mit Passivhausstandard konzipiert.

NĂ€hert man sich dem Eingang zur Schule, so fallen auf der SchulplatzflĂ€che als erstes zwei perfekt gearbeitete Betonmauern in Weißbeton auf. In den Beton eingeprĂ€gte Großbuchstaben mit dem Namenszug „Gymnasium Riedberg“ tragen zur Orientierung bei und sind zugleich „RĂŒcken“ fĂŒr eine Betonsitzbank.

Der Schuleingangsplatz besitzt zwei Ebenen, die durch eine großzĂŒgige Treppenanlage mit bis zu 32 m lange Blockstufen aus Beton verbunden sind. Damit wird der Höhenunterschied des Schulkomplexes zum Straßenniveau fast spielerisch leicht ĂŒberwunden. Die obere Ebene wurde um eine Baumgruppe herum mit weißen Klinkern befestigt, die auch an der Fassade wiederzufinden sind.

Mit diesen beiden Wand-Skulpturen werden die Weißbeton-Fertigteile als wichtigstes konstruktives Gestaltungselement des gesamten SchulgebĂ€udes auch in den Außenanlagen aufgenommen. Die 25 cm dicke „Schriftwand“ besteht aus 4 Fertigteilen, ist 18,50 m lang und zusĂ€tzlich an beiden Enden ĂŒber 90 Grad abgewinkelt. Die StĂŒtzwand am Nordende ist 11,0 m lang und bis 2,70 m Höhe sichtbar. Die Fertigteile sind im Schnitt L-förmig ausgebildet und auf einem Betonfundament frostfrei gegrĂŒndet.

Die AusfĂŒhrung der Betonfertigteile lag in den bewĂ€hrten HĂ€nden des Betonwerkes Stangl AG, Waldkraiburg. FĂŒr die Herstellung der Betonfertigteile wurde Beton C 35/45 XF1 mit Dyckerhoff Weißzement und einer Gesteinskörnung „Perlweiss“ bis 16 mm GrĂ¶ĂŸtkorn verwendet. Die OberflĂ€chen erfĂŒllen die Anforderung SB 4 gemĂ€ĂŸ DBV-Merkblatt, also Sichtbeton mit besonders hoher gestalterischer Bedeutung. Die Ă€ußeren geschalten FlĂ€chen sind spiegelglatt, die produktionsbedingt ungeschalte innere FlĂ€che ist rau geschliffen. Die Schalung der Fertigteile bestand aus einer nichtsaugenden, beschichteten Schalhaut, gespachtelt und vollflĂ€chig mit einem Speziallack beschichtet. Edelstahlplatten verschließen die Ă–ffnungen fĂŒr den Transport der Fertigteile. Die Kanten wurden scharf belassen oder bis auf 3mm angeschliffen.

Zur Herstellung des in den Beton eingeprĂ€gten Schriftzuges „Gymnasium Riedberg“ wurden Buchstaben einzeln aus Schalungsplatten ausgefrĂ€st und auf die eigentliche Schalung der Mauer vor dem Betonieren aufgeklebt. Beide BetonwĂ€nde sind mit einem Grafitti-Schutz mit 15-facher Opferschicht gegen Verschmutzungen geschĂŒtzt. ZusĂ€tzlich zu den Mauerelementen wurden von der Fa. Stangl rund 260 m Betonblockstufen (2,0 m lang und 13,5 cm dick) fĂŒr die Abtreppung des Schulplatzes hergestellt und eingebaut. Besonders erwĂ€hnenswert bei den Stufen sind die zum sicheren Begehen eingelassenen Treppenkanten als Kontraststreifen aus anthrazitfarbenem Beton mit der Gesteinskörnung „Nero Ebano“.

Weitere Weißbeton-Fertigteile in ebenso guter QualitĂ€t sind in den Pausenhöfen als Mauern mit einer GesamtlĂ€nge von 565 m, Beetkanten (20/20) oder in grĂ¶ĂŸerer Breite als 2 m lange Sitzboards (40/80) bzw. fĂŒr die SchulgĂ€rten 2,60 m lange SitzbĂ€nke wiederzufinden.

Feingeschliffener Betonboden TERRAPLAN

Beim Betreten des Inneren des SchulgebĂ€udes fĂ€llt sofort der helle, jura-gelb eingefĂ€rbte und tadellos ausgefĂŒhrte Betonboden auf. In ihm spiegelt sich das einfallende Licht und verstĂ€rkt somit die Leichtigkeit und Transparenz der gewĂ€hlten Konstruktion.

FĂŒr den Boden im Erdgeschoß war im Hinblick auf die Nutzung im Schulbetrieb ein besonders robuster und möglichst fugenarmer Bodenbelag gewĂŒnscht. Nach AbwĂ€gung aller Eigenschaften standen nur ein Betonboden in Ortbeton oder großformatige Betonwerksteinplatten zur Diskussion. Die Planer entschieden sich letztendlich entsprechend den vorgenannten Anforderungen sowie aus gestalterischen und wirtschaftlichen GrĂŒnden fĂŒr einen monolithischen Betonboden, System Dyckerhoff TERRAPLAN. Der Betonboden wurde aus GrĂŒnden der Energieeinsparung vorzugsweise in beleuchteten Bereichen in einem hellen Farbton ausgefĂŒhrt. Der Boden erfĂŒllt die Rutschfestigkeitsklasse R9 erfĂŒllen und kann eine FlĂ€chenlast von 5 kN/m² aufnehmen.

AusfĂŒhrende Firma des Bodens war die bereits 1911 gegrĂŒndete Firma R. Bayer Betonsteinwerk GmbH, Blaubeuren, die auf eine langjĂ€hrige Erfahrung mit dieser Art Fußboden verweisen kann. Insgesamt wurden rund 1500 m² Dyckerhoff TERRAPLAN im Erd- und Untergeschoß des Riedberg-Gymnasiums eingebaut. Die Bodenplatte besteht aus bis zu 6,5 cm dickem Unterbeton und einer 2,5 cm dicken Vorsatzschicht, fĂŒr die Dyckerhoff Weißzement und eine hellgelbe Gesteinskörnung 0/8 mm („Jura“) gewĂ€hlt wurden. Die Betonrezeptur fĂŒr Trag- und Vorsatzbeton wurde nach DIN EN 206-1/ DIN 1045-2 mit einer Druckfestigkeit > C30/37 so eingestellt, dass ein gut verdichtbares Betongemisch entstand, welches sich unter hohem handwerklichem Können planeben einbauen ließ. Die Lieferung erfolgte durch das Dyckerhoff-Transportbetonwerk in Frankfurt am Main. Der Einbau mittels Pumpe erfolgte auf die Rohdecke ohne Verbund auf einer Trennlage bestehend aus einer bitumenhaltigen Abdichtung des Tragbetons, einer bis zu 260 mm dicken WĂ€rmedĂ€mmung und aus an den StĂ¶ĂŸen verklebten PE-Folien. Die erhĂ€rtete OberflĂ€che erhielt zum Abtrag des Zementsteins und Freilegung der Gesteinskörnungen einen Grob- und Feinschliff bis K 220, der darĂŒber hinaus eine gleichmĂ€ĂŸige, ebene und feine OberflĂ€che sicherstellte. Ein abschließend aufgetragener silikatischer Schutz verhindert auf lange Zeit das Eindringen von FlĂŒssigkeiten und Schmutz in den Beton.

Im Foyer konnten FeldgrĂ¶ĂŸen bis 80 m², in den ĂŒbrigen Bereichen (Flure, Speisesaal und UmkleiderĂ€ume im EG und UG) bis zu 40 m² realisiert werden. Die Fugen wurden je nach Lage als GebĂ€udedehnfuge mittels Migua-Fugenprofilen aus Aluminium oder an den RĂ€ndern bzw. in den Feldern als Arbeitsfuge mit 3 mm breiten Aluminium - Winkelprofilen ausgefĂŒhrt. Eine unverzichtbare Grundlage fĂŒr die Anordnung der Fugen war ein vom ArchitekturbĂŒro und dem ausfĂŒhrenden Unternehmen gemeinsam ausgearbeiteter Fugenplan mit den entsprechenden Fugendetails. Insgesamt wurden fĂŒr die Vorarbeiten und das Betonieren ca. 7 Wochen und fĂŒr das Schleifen ca. 10 Wochen benötigt.

Der Einbau eines Dyckerhoff TERRAPLAN-Bodens hat viele Vorteile:
  • Die „Veredelung“ des Bodens findet ohne umweltbelastende Chemikalien statt und bewirkt zugleich eine sehr lange Lebensdauer.
  • Der Boden ist sehr leicht zu reinigen, da lediglich Wasser und etwas Betonseife benötigt werden und somit die Reinigungskosten sehr niedrig sind.
  • Durch den Einsatz von Weißzement oder die Zugabe von Farbpigmenten lĂ€sst sich der Boden in jedem gewĂŒnschtem Farbton herstellen und kann so individuell gestaltet werden.
  • ZusĂ€tzliche Variationsmöglichkeiten ergeben sich durch den Einsatz von unterschiedlichen, auf den jeweiligen Verwendungszweck abgestimmte Gesteinskörnungen.
Neben den vorgenannten FlĂ€chen durch die Fa. Bayer weitere Fertigteile in betonwerksteinmĂ€ĂŸiger Bearbeitung, z.B. Tritt- und Podestplatten im Inneren der GebĂ€ude, in gleich hoher QualitĂ€t und vergleichbarer Optik hergestellt und eingebaut. Das Gesamtbild mit dem ebenen und hellen Betonboden bewirkt schon beim Eintreten in das SchulgebĂ€ude eine freundliche Stimmug und stellt eine gelungene Verbindung zwischen FunktionalitĂ€t und Ă„sthetik dar. Verbunden mit der exzellenten Optik wurde im Hinblick auf eine umfassende Gebrauchstauglichkeit und die zu erwartende hohe Lebensdauer eine optimale Lösung fĂŒr den Schulfußboden gefunden. Alle verwendeten Materialien, insbesondere die Weißbeton-Fertigteile im Sichtbeton SB4 einschließlich des TERRAPLAN Fußbodens versprechen nach aller Erfahrung bei sachgemĂ€ĂŸer AusfĂŒhrung eine dauerhafte Nutzung. Sie erfordern einen nur geringen Erhaltungs- und Renovierungsaufwand, bilden die Grundlage fĂŒr eine nachhaltige Bauweise und ergĂ€nzen somit mit ihren robusten Eigenschaften und ihrer unbestrittenen Dauerhaftigkeit den Passivhausstandard des Schulkomplexes in besonderer Weise.











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